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Kategorie: Schachtelvielfalt, Wissenswertes

Faltboxen aus Karton

Was sind Faltboxen?

Faltschachteln, oder auch Faltboxen, sind faltbare Schachteln, die flachliegend ausgeliefert und bei Bedarf aufgestellt werden. Sie sind produktspezifisch aufgebaut und können in den verschiedensten Größen und Formen produziert werden. Die Anzahl an eingesetzten Kartonsorten und –arten ist dabei fast grenzenlos.

Wozu werden sie verwendet?

Faltboxen unterscheiden sich nicht nur im Design. Auch Material, Form und Größe unterwerfen sich dem Inhalt. Sie können für zahlreiche Zwecke verwendet werden: als Verkaufs- oder Geschenkverpackungen, einfacher Produktschutz oder funktionale Lager- und Transportverpackungen. Neben dem Schutz der Ware dient die Faltschachtel auch als Werbeträger, gewährleistet die Produkt- und Markenidentifikation und sorgt für eine optimale Stapelung und Portionierung der Ware.

Faltschachtel aus Naturkarton mit ausgestanztem Sichtfenster

Aus welchem Material sind Faltboxen?

Grob lässt sich zwischen Primärverpackungen aus Karton/Pappe und Transport- bzw. Versandschachteln aus Wellpappe unterscheiden.

Im Bereich der Primärverpackungen wird häufig ein stabiler und hochwertiger Chromokarton verwendet. Dieser eignet sich hervorragend für den Offset- sowie Digitaldruck. Für bedruckte Verpackungen, die möglichst ansprechend präsentiert werden sollen, wird ein hochwertiger Chromosulfatkarton verwendet. Ebenfalls sehr beliebt sind Faltboxen aus Naturkarton, hier kann aus einer umfangreichen Farbpalette ausgewählt werden.

Welche Bauart ist die richtige?

Faltboxen bestehen aus einem Schachtelrumpf, auch Zarge genannt. Dieser Schachtelrumpf ist mit den Boden- und Deckelklappen oder einem Einsteckboden/-deckel verbunden. Je nach Bauart erfüllen die Schachteln verschiedene Funktionen:

  • Einstecklasche mit Sperrschlitzen: ansprechende Optik, hohe Funktionalität
  • Einstecklasche mit Friktionsverschluss: ansprechende Optik, weniger stabil
  • Einstecklasche mit Schließzunge: mehr Stabilität durch Schließzunge
  • Steckboden: sehr robust, schweres Füllgut
  • Automatikboden: viel Stabilität, automatisches Aufrichten

Entscheidend ist, ob die Schachtel stehend oder liegend verwendet werden soll. Liegt sie, werden die Verschlüsse seitlich positioniert und der Boden entfällt. Steht sie, kann der Deckel vorne oder hinten schließen.

Schwarz bedruckte Faltbox

Wie werden Faltschachteln erstellt?

Sobald Material und Bauart festgelegt sind, beginnt die Konstruktion in einem CAD-Programm. Aus den erstellten Daten fertigt ein Schneidplotter ein Weißmuster an, welches zur Prüfung von Qualität und Packmaß dient. Entspricht es den Anforderungen, erstellt der Entwickler das Stanzwerkzeug in einem CAD-Programm.

Bei sehr kleinen Auflagen lohnt sich die Fertigung mit der Stanze nicht, da die Stanzformkosten einen zu großen Teil der Produktionskosten ausmachen würden. Solche Auflagen werden mithilfe des Schneidplotters gefertigt.

Was versteht man unter Stanzformbau?

Mithilfe des CAD-Programms wird eine automatische Vernutzung erstellt, um mehrere Faltschachtelzuschnitte (auch Nutzen genannt) auf einem Bogen zu platzieren. Das spart Material, Zeit und Kosten beim Stanzen.

Der Stanzformbauer sägt mit einem Laser oder einer Dekupiersäge die Stanzkonturen in das Trägermaterial. Als Trägermaterial eignet sich kreuzweise verklebtes Spezialholz, Stahl-Sandwichplatten oder Spezialkunststoff. Anschließend werden die Schneid- und Rillmesser in die ausgesägten Konturen eingesetzt und die Gummierung angebracht.

Eine fertige Stanzform für eine Faltschachtel

Wie werden Faltboxen bedruckt?

Vollkarton kann im Offset-, Digital- oder Tiefdruckverfahren bedruckt werden. Der Tiefdruck ist wegen seiner hohen Druckwalzenkosten nur bei sehr hohen Auflagen im Einsatz. Bevorzugt wird bei mittleren Auflagen der Offsetdruck. Der Digitaldruck hingegen ist aufgrund einer geringen Rüstzeit ideal für kleine Auflagen. Verpackungen können zudem personalisiert und individualisiert werden.

Der fertige Druckbogen lässt sich mit verschiedenen Verfahren veredeln. Dazu zählen beispielsweise Dispersionslack, UV-Lack, Folienkaschierung, Heißfolienprägung, Kaltfolienprägung oder Blindprägung.

Zwei Beispiele von Faltschachteln

Stanzen, Ausbrechen und Nutzentrennung

Nach dem Druck und der Veredelung werden die Faltboxen ausgestanzt. Dazu werden Haltepunkte in die Schneidlinien der Stanzform gefräst. Die Haltepunkte verhindern, dass sowohl die einzelnen Nutzen als auch der Abfall beim Stanzen durch die Maschine fallen.

Beim automatisierten Stanzen befördert ein Greifer die gestanzten Zuschnitte in die Ausbrechstation. Spezielle Stifte brechen den Zwischen- und Randabfall aus. Danach trennt die Maschine die einzelnen Nutzen in der Nutzentrennstation und stapelt sie ab. Bei kleinen Auflagen erfolgt dieser Schritt von Hand.

Wie werden Faltschachtelzuschnitte geklebt?

Im nächsten Schritt klebt und faltet die Faltschachtelklebemaschine die Zuschnitte. In dieser Maschine werden die Rillungen vorgebrochen, die Schachtel an der Klebenaht verklebt und zugefaltet. Als Klebstoff wird in den meisten Fällen ein Dispersionsklebstoff verwendet. Nach dem Kleben werden die Boxen geschuppt und auf einem Pressband weiterbefördert, damit der Klebstoff abbindet.

Faltschachteln für Kosmetikprodukte

Aufrichten und Befüllen der fertigen Schachtel

Nun müssen die Faltboxen nur noch mit dem gewünschten Produkt befüllt werden. Je nach Füllgut und Auflage erfolgt dies von Hand oder im Abpackautomaten.

Geliefert werden die Schachteln meist flachliegend und können vom Kunden selbst aufgestellt werden. So lassen sie sich platzsparend lagern und nach Bedarf aufrichten.


Weitere Informationen zu Faltschachteln finden Sie hier:

>> Faltschachteln mit Sichtfenster

>> Faltschachteln nach Maß

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