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Kategorie: Wissenswertes, Über uns

Kleines Nachhaltigkeits- und Recycling-ABC

Was Sie über Papier und Recycling wissen sollten

Wir werden oft gefragt, wie nachhaltig und recyclingfähig unsere Verpackungen sind. Recycling - ein großes Thema in einem Land, das fast 80 % seines Altpapiers recycelt, und auch für uns als nachhaltig denkendes Familienunternehmen sehr bedeutsam.

Mit dieser kleinen Übersicht möchten wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Materialien, ihre Recyclingfähigkeit und Recycling im Allgemeinen geben.

1. Wie wird Karton recycelt?

Wir benutzen Vollkarton für unsere Produkte, weil er viele gute Eigenschaften besitzt: Er ist robust, stabil, kompakt und leicht zu bedrucken. Vor allem aber kann Vollkarton sehr gut recycelt werden.  

Landet Karton im Altpapiermüll, beginnt der Recyclingkreislauf:

Verschiedene Materialarten
  1. Papier und Karton werden im Papierwerk sortiert und von Störstoffen wie B. Büroklammern und Heftnadeln befreit.  
  2. Mit dem Deinking-Verfahren wird die Druckerfarbe entfernt. Dazu wird das Papier zerstückelt und in Wasser eingeweicht. Die Fasern lösen sich und ein Papierbrei entsteht.
  3. Der Papierbrei wird in mehreren Prozessen chemisch gereinigt. Diese Prozesse sind weniger umweltschädlich als jene für die Zellstoffgewinnung für Frischfaserpapier.
  4. Um helles Papier zu erhalten, wird der Papierfaserbrei gebleicht.
  5. Die Masse wird mit anderen Faser-, Füll- und Hilfsstoffen gemischt und gelangt dann wieder in den Produktionsprozess.

 

Gut zu wissen:

  • Nach jeder Wiederverwertung werden die Papierfasern kürzer. Nach drei bis sieben Recycling-Vorgängen sind sie so kurz und brüchig, dass sie nicht mehr ausreichend Stabilität bieten. Deshalb werden dem Altpapier immer wieder auch frische Fasern hinzugefügt.
  • Im Vergleich zur Herstellung von Papier aus Holzfasern werden bei der Verarbeitung von Recyclingpapier bis zu 60 % Energie und bis zu 70 % Wasser gespart.

Materialvielfalt

2. Welche Kartonsorten bestehen aus Recyclingmaterial?

Ob Karton Recyclingmaterial beinhaltet, können Sie an der Kurzbezeichnung ablesen. Diese besteht aus zwei Buchstaben und einer Zahl, z.B. GC1. Der 1. Buchstabe bezeichnet dabei die Oberflächenbehandlung, der 2. Buchstabe den Rohstoff.

Hier erklären wir Ihnen, was hinter einigen gängigen Kartonbezeichnungen steckt:  

 

  • G: pigmentgestrichen (glatte Oberfläche durch Bindemittelauftrag)
  • A: gussgestrichen (spiegelglänzende Oberfläche)
  • U: ungestrichen (ohne Bindemittelauftrag)
  • Z: gebleichter Zellstoff (Holz auf chemische Weise zerfasert)
  • C: Holzstoff (Holz auf mechanischem Weg zerfasert)
  • D: recycelter Zellstoff mit grauer Rückseite
  • T: recycelter Zellstoff mit weißer, gelber oder brauner Rückseite

 

  • GZ1: Weißer, gestrichener Zellstoffkarton aus ausschließlich gebleichtem Zellstoff.
  • GC2: Einseitig gestrichener Frischfaserkarton mit ungestrichener Rückseite. Die Oberfläche ist glatt weiß, während die Zwischenlage und Rückseite hell sind. Die Einlage in der Mitte besteht meist  aus Holzstoff oder Altpapierstoff.
  • GD2: Karton aus Recycling-Fasern. Vorderseite zweifach gestrichen und Rückseite pigmentiert. Mittellagen bestehen aus Recycling-Faserstoffen, die Oberseite ist gebleichter Zellstoff und die Rückseite grau.  

 


3. Wie viel Nachhaltigkeit steckt in unseren Papieren?

Wir achten bei der Auswahl unserer Papierlieferanten streng darauf, dass diese bzw. die Materialien zertifiziert sind und nachweisbar nachhaltig produziert wird.

 

Darauf können Sie bei uns vertrauen:

Solarpanels von EGGER Druck & Medien
  • Für die Papiere wird nur Holz aus zertifizierten Wäldern eingesetzt. Die illegale Rodung von Bäumen ist somit ausgeschlossen und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sichergestellt.
  • Viele von uns genutzten Kartonsorten sind zusätzlich besonders umweltschonend hergestellt und reduzieren damit den Verbrauch von Holzzellstoff, Wasser oder Energie.
  • Viele der Papier-Hersteller engagieren sich zusätzlich für den Umweltschutz und tanken z.B. Strom aus Wasser und Sonne oder nutzen ihr Brauchwasser chemikalienfrei auf.
  • Auch Egger ist umwelttechnisch zertifiziert. So bieten wir beispielsweise den klimaneutralen Druck an. Nähere Infos dazu hier. Zusätzlich dazu dient unsere Wärmerückgewinnungsanlage zusammen mit der fotovoltaischen Nutzung von Sonnenenergie dazu, die Umwelt zu schonen, außerdem tanken unsere drei Elektro-Firmenfahrzeuge an der firmeneigenen Ladestation. Unser Handeln haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Naturkarton-Verpackung

4. Wie gut lässt sich recycelter Karton verarbeiten?

Die Länge der Papier-Fasern ist dafür verantwortlich, dass sich der Karton gut verarbeiten lässt, also Arbeitsschritte wie Rillen und Stanzen gut möglich sind. Je kürzer die Fasern, desto schwieriger die Verarbeitung. Durch die etwas „wolkigere“ Oberfläche werden dünne Striche nicht ganz so scharfkantig und die Farben etwas weniger brillant.

Recyclingkarton kann dafür mit anderen Eigenschaften punkten: Die besondere Haptik sowie das natürliche "Öko-Gefühl" passt sehr gut zu nachhaltigen Bio-Produkten. Mit einer schlichten schwarzen Bedruckung ergänzt, können Verpackungen aus Recyclingkarton dann umso stärker wirken.


5. Wie nachhaltig sind Veredelungen?

Um Faltschachteln und anderen Verpackungen das besondere i-Tüpfelchen zu verleihen, bietet sich oft eine Veredelung an, die Schachtel und Produkt auf spektakuläre Weise in Szene setzt.

Auch bei der Wahl der richtigen Veredelung können Sie verschiedene Umweltaspekte miteinbeziehen.

Naturkartonverpackung veredelt

Viele effektstarke Veredelungen machen aus umwelttechnischer Sicht eine gute Figur, beispielsweise Prägungen und Stanzen, wodurch das Material dreidimensional verformt wird, oder auch Laser-Cut und Dispersionslack, der im Wesentlichen aus Wasser, Bindemitteln, Harzen und Wachs besteht.

Eine ausführliche Übersicht und Bewertung der einzelnen Veredelungen haben wir für Sie hier zusammen gestellt.


Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Gerne stehen unsere erfahrenen Experten für Beratungen zur Verfügung.

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